
Psychotherapie und Bewusstsein
Lebenskrisen zu überwinden, Kraftquellen zu entdecken, psychische Belastungen und Störungen zu behandeln, alte Verhaltensmuster abzulegen und zu neuen Ufern aufzubrechen – dies sind nur einige wichtige Ziele, die eine Psychotherapie erreichen möchte.
Nicht selten haben Menschen das Gefühl, eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, gleiche einer Niederlage. Man müsse doch allein mit seinen Problemen fertig werden. Aber so wie es auf der körperlichen Ebene selbstverständlich ist, Hilfe anzunehmen, so kann es auch bei Lebensthemen enorm unterstützend sein, mit einem Menschen zu sprechen, der eine unabhängige Sicht auf unser Leben hat.
Als Menschen haben wir die Fähigkeit, über uns selbst nachzudenken und zu reflektieren. Genau das üben wir auch im Kontext von Achtsamkeit und Meditation. Schrittweise entwickeln wir eine Beobachterperspektive. Wir schaffen es, mehr Abstand von den Sorgen und Problemen zu gewinnen. Unser Geist wird ruhiger. Die inneren belastenden Dialoge hören auf.
Genau dieses Bewusstsein eines liebevoll, achtsam schauenden Beobachters schaffen wir auch im psychotherapeutischen Prozess. Dadurch können uns unsere blinden Flecken bewusst werden. Wir können erkennen, wie die aktuelle Krise ihre Wurzeln in unserer Lebensgeschichte hat.
So nähern wir uns den alten, festsitzenden Gefühlen, die im Untergrund, im Unbewussten sitzen. Dabei kann uns unsere Vorstellungskraft helfen. Über innere Bilder, Träume, Imagination kommen wir uns selbst näher und schaffen gleichzeitig den Abstand zum Problemkomplex, der uns ja in der Zukunft nicht mehr beherrschen soll.
Psychotherapie kann sehr vieles sein: Aktuelles Krisenmanagement, Neustrukturierung des Alltags und unserer Gewohnheiten, Klärung von Beziehungen, Loslassen von alten Belastungen, Erkennen von Mustern in unserem Leben, Entdeckung von neuen Freiräumen.
Spannend ist dabei, so wie es C. G. Jung vor langer Zeit schon erkannt hat, dass unser Unbewusstes kreativ mitarbeitet. Träume und innere Bilder können uns enorm helfen, unsere Lebenssituation zu verstehen. Der Kontakt zu den tieferen Dimensionen der Psyche lässt uns offen werden für die Dinge, die in unserem Leben essentiell und wichtig sind.
Wichtig ist, dass therapeutische Gespräche einen sicheren Raum eröffnen, in dem wir so angenommen werden, wie wir jetzt gerade sind. Es geht nicht darum, dass wir umgemodelt oder verändert werden sollen. Vielmehr wollen wir mehr zu dem werden, der wir wirklich sind und unsere Kraftquellen und Ressourcen entdecken.
Dabei bestimmen wir selbst, wie stark und in welchem Tempo wir innere Knoten entwirren wollen oder ob wir manches auch einfach ruhen lassen. In erster Linie geht es immer um das Jetzt, in dem wir wach und bewusst sind. Und von diesem Jetzt ausgehend können wir unsere Zukunft gestalten.
Prof. Dr. Martin Mittwede bietet als Heilpraktiker für Psychotherapie ab 2026 psychotherapeutische Begleitung im Gesundheitszentrum Sonne & Mond an.



Über die Seminarwoche „Pranayama & Meditation“ vom 13. – 20.04.19 auf Mallorca berichtet unsere Teilnehmerin Jo-Anna, die wir hier gerne zu Wort kommen lassen wollen, indem sie Ihre Eindrücke vom Seminar schildert:

