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Erfrischend: Minze, Zitrone, Gurke und Rosenblätter im Wasser

Nicht nur gefühlt ist es für viele von uns -insbesondere in den Städten- schon länger so: die Sommer werden immer heißer. Auch in 2022 erwartet der europäische Wetterdienst einen deutlich zu warmen und trockenen Sommer https://www.daswetter.com/nachrichten/vorhersage/hitzesommer-ecmwf-prognose-wetter-deutschland-jahrhundertsommer.html. Trockene Hitze ist zwar für viele Menschen erträglicher als schwüles Wetter, das auf den Kreislauf drückt. Nichtsdestotrotz bergen allein die hohen Temperaturen im wahrsten Wortsinn genug Zündstoff, um sich nicht nur ermattet zu fühlen, sondern auch echte Gesundheitsrisiken (Schwindel, Sonnenstich, Sonnenbrand, Dehydrierung etc.) zu entwickeln. Die letzten Tage ließen vielerorts einen kleinen Vorgeschmack zu und den einen oder die andere mit der Frage zurück: WAS SOLL ICH TUN?

Wie kann man mit Ayurveda hier vorbeugend wirken?

Grundsätzlich sei erwähnt, dass gemäß der ritucharya-Lehre der Sommer als Pitta-Zeit eingeordnet wird. Das bedeutet, dass eine der wichtigsten Eigenschaften des Pitta-Dosha, nämlich Wärme bzw. Hitze, während dieser Periode im Außen prädominant vorhanden ist. Demzufolge tun wir uns Gutes, wenn wir von vornherein Pitta-reduzierende Maßnahmen in unseren sommerlichen Alltag und Urlaub einbauen und eine ebensolche Ernährung bevorzugen. Dazu seien folgende Anregungen gegeben:

Ernährung

  • leichtes Essen (wie z.B. Quark, Obst, Salat) wählen, dabei süßen Geschmack bevorzugen
  • Speisen und Getränke mit kühlen, flüssigen und öligen Eigenschaften aussuchen
  • salzige, saure und scharfe Geschmäcker reduzieren oder ganz vermeiden (also nur maßvoll und möglichst vegetarisch grillen)
  • Alkohol nur in minimalen Mengen und mit viel Wasser verdünnt trinken
  • Buttermilch mit (Palm-)Zucker als Snack (wenn nötig) oder Mahlzeitenersatz
  • kühlende Getränke aus Trauben, erfrischende Tees (z.B. Koriander, Kreuzkümmel), nicht aus den Wurzeln, sondern aus den Blüten, Blättern und Ästen der Pflanzen verwenden
  • einem Glas Wasser oder kaltem Früchtetee (nicht zu sauer) ein bis zwei Tropfen Vetiveröl zusetzen (wirkt kühlend und erdend)

Verhalten

  • starke körperliche Anstrengungen & Übungen vermeiden (auch Sex) bzw. in kühlere Stunden (z.B. gleich morgens) verlegen
  • Sonne nur am Morgen und am späten Nachmittag genießen, ab und zu gemütlich auf einem Stuhl im Schatten sitzen und den Wind genießen
  • wenn möglich, in einem luft-gekühlten Raum schlafen, nachdem der Körper mit kühlender Sandelholzpaste oder Sandelholzwasser eingerieben wurde (mildert die hitzebedingte Erschöpfung)
  • Schmuck: Perlen haben eine kühlende Wirkung
  • Orte wie Gärten und Parks genießen, vor allem dort, wo sich kaltes Wasser befindet, z.B. ein Springbrunnen, ein Wasserfall, ein Fluss oder ein See und Blumen der Jahreszeit
  • tagsüber durch Parks und Wälder mit hohen Bäumen, die den Himmel berühren und die Sonnenstrahlen abhalten, spazieren gehen
  • Stoffstücke aufhängen, die mit süß duftenden Wasser benetzt sind, um die Luft zu kühlen (auch kühlende und leichte Duftöle können verwendet werden, z.B. Lemongrass, Orange, Bergamotte, Rose und Lotus)
  • leichte, helle und dünne Kleidung verwenden und ab und zu mit kühlem (Rosen-)Wasser besprenkeln

Quelle: Seminar IV „Gesunde Lebensführung & Prävention im Āyurveda: svasthāvṛtta“ unserer Ayurveda-Grundausbildung https://sonneundmond.com/ausbildung/online-jahres-ayurveda-schulung/

Nutze die Körperintelligenz

Wir seinem Körper aufmerksam lauscht, wird intuitiv wissen, was zu tun und zu lassen ist. Natürliche und schnelle Abhilfe können zum Beispiel auch kühlende Umschläge, eine kurze Siesta im Schatten und für den Genuss ein veganes Eis mit Sommerkräutern und Gurkengeschmack (nicht direkt nach dem Mittagessen!) bieten. Wer hingegen in der Mittagssonne einen üppigen fleischlastigen Grillteller und dazu Hochprozentiges “genießt”, der darf sich nicht wundern, wenn das Wohlbefinden sich nicht einstellen will. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kühlere Orte wie Parks und Wälder, Sandelholz- oder Rosenwasseranwendungen, leichtes, vegetarisches Essen sowie das Vermeiden von Alkoholgenuss schon eine ganze Menge dazu beitragen, den nächsten Jahrhundertsommer möglichst unbeschadet zu überstehen.

Frühjahrsfrisch durch Panchakarma

Die mit der beginnenden Kapha-Zeit (ab März) auch als Frühjahrsmüdigkeit bekannte und allseits um sich greifende Trägheit ist keineswegs unausweichlich. Aber was steht eigentlich dahinter? Nach ayurvedischem Verständnis schmilzt die nun höher steigende Sonne die über den Winter angesammelte Schlacke (Ama) an und macht den Körper träge. Der Schwere und Zähigkeit einer verminderten Verdauungskraft kann begegnet werden, indem Ama ausgeleitet wird. Wie? Mit einer umfassenden und adäquat auf die persönlich vorhandenen Rahmenbedingungen abgestimmten Entlastungskur entlang ayurvedischer Prinzipien: Panchakarma.

So hilft eine umfassende Reinigung nicht nur gegen Frühjahrsmüdigkeit. Auch für zahlreiche Zivilisationsbeschwerden, die in der Regel maßgeblich durch ungeeignete Lebensführung mit verursacht sind, ist eine Panchakarma-Kur als Auftakt einer umfassenderen Lebensstil-Änderung sehr vielversprechend.

Eine ebenfalls große Rolle kommt der Panchakarma-Kur als gezielte therapeutische Anwendung für chronische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus Typ2, Gicht, Reizdarm, Hauterkrankungen etc.) zu. Im ayurvedischen Verständnis sind diese u.a. durch ein Missverhältnis von Verdauungskraft und Ernährungsgewohnheiten bedingt.


Ein Verfahren mit jahrtausendelanger Tradition

Das ayurvedische Gesamtprogramm der Ausleitung (shodhana) wird meist als panca-karma bezeichnet. Wörtlich bedeutet dies: „fünf Handlungen“ oder „fünf ausleitende oder therapeutische Maßnahmen“. Dazu ein klassisches Zitat aus den ca. 2000 Jahre alten Schriften des Ayurveda:
„Immer sollte man zuerst den Körper mit Oleation und Sudation (vorbehandeln) und dann die Ausleitung nach oben (Emesis) und (dann) nach unten (Purgieren) durchführen. Danach wendet der weise Arzt Einläufe (basti-karma) und daraufhin nasale Anwendungen (nasya) an. In dieser Reihenfolge und dem individuellen Bedarf angemessen setze man die oben (genannten) Maßnahmen ein. Im Anschluss daran verabfolge man effektive geweberegenerierende (rasayana) und reproduktionsfördernde (vrshya) Mittel unter Berücksichtigung zeitlicher Faktoren (Jahreszeit, Alter, Medikationszeiten etc.). Auf diese Weise entstehen keine Krankheiten; die Gewebe werden in einem gesunden Zustand erhalten und genährt, und der Alterungsprozess vollzieht sich langsam. (Skript Modul 8 unserer Ayurveda-Ausbildung: “Therapieverfahren“)

Um zu entscheiden, mit welchen Phytotherapeutika, Ölen und Nahrungsmitteln die gewünschten Rasajana- (Verjüngungs)-Effekte am besten erreicht werden, erstellt Ihr_e Ayurveda-Praktiker_in vorab eine ausführliche Anamnese. Auch die Durchführung und Nachbehandlung sollte professionell heilpraktisch oder ärztlich begleitet werden.

Maximale Erfolge durch Selbstverantwortung

Eine Panchakarma-Kur ist keine Wellness-Behandlung und erfordert von Ihnen sogenannte Compliance, damit der gewünschte Erfolg sich auch einstellen kann.
Sie werden dann jedoch mit verbesserten Laborwerten, Schmerzlinderung, einer Stärkung des Immunsystems, entlasteten Verdauungs- und Entgiftungsorganen und nicht zuletzt einem vorher ungeahnten Gefühl der Frische, Leichtigkeit und Klarheit belohnt!

Putzen Sie also nicht nur Haus, Hof und Garten, sondern denken Sie auch an sich selbst!

Wir begleiten Sie sehr gern bei Ihrem ganz persönlichen Spring-Cleaning!